Adina Abeln erzählt ...

Hallo liebe zukünftige Schulabgängerinnen und Schulabgänger!
Mein Name ist Adina, ich bin 20 Jahre alt und habe 2018 meine mittlere Reife an der Dominik-Brunner-Realschule gemacht.

Hätte mir damals jemand gesagt, was ich in drei Jahren machen werde, hätte ich es wahrscheinlich nicht geglaubt. Gerade nach dem Abschluss und auch schon in der Zeit davor stellt sich einem ja zwingend die Frage, was man danach machen möchte. Oft ist einem das selbst nicht so klar oder die Flut an Möglichkeiten und Angeboten überfordert einen. Zumindest war es bei mir so.

Dennoch hatte ich mir fest vorgenommen, nach der Realschule die FOS zu besuchen und noch das Abitur zu erreichen. Das wären immerhin zwei Jahre gewesen, in denen man sich keine Gedanken darüber hätte machen müssen, was man werden will. Und danach hätte man sogar die Fachhochschulreife in der Hand gehabt, das konnte ja nicht schlecht sein – so zumindest mein Hintergedanke.

Die Realität sah aber etwas anders aus.

Zuerst habe ich nach der mittleren Reife ein Jahr Pause von der Schule gemacht, währenddessen ich unter anderem bei einer Bäckerei gearbeitet, mich um gesundheitliche Dinge gekümmert habe und gereist bin. Das war eine tolle Möglichkeit und ich habe viele Dinge während dieser Zeit gelernt. Zum Beispiel bin ich selbstständiger geworden und habe einen Einblick in die Arbeitswelt erhalten.

Danach begann ich mit der Fachoberschule und war erstmal sehr glücklich. Doch mit der Zeit merkte ich, dass mir der Stoff, gerade in Fächern wie Mathe, zu viel und zu komplex wurde – obwohl ich an der Realschule gute Noten in diesen Fächern hatte. Dadurch wurde mir bewusst, dass ich mich in dem freien Jahr leider nicht nur positiv entwickelt hatte, sondern auch einiges an meiner Disziplin eingebüßt hatte. In den anderen Fächern kam ich aber zum Glück recht gut klar.

Doch in der 12. Klasse äußerte sich dann bei jeder Matheprüfung und leider auch in anderen Fächern, dass ich große Lücken hatte und mit der Menge an Stoff überfordert war. Zudem verschlechterte sich meine psychische Lage durch den einsetzenden Herbst und Winter und die immer schlimmer werdende Corona-Lage, so dass ich in der Schule überhaupt nicht mehr hinterherkam.

Jedenfalls war diesen Januar ein Punkt erreicht, an dem ich mir gesagt habe, dass es so nicht mehr weitergehen kann und die Schule mich zu sehr stresst.

Also habe ich nach langen Überlegungen den Entschluss gefasst, mich von der FOS abzumelden. Das war definitiv keine leichte Entscheidung, aber es geht mir jetzt deutlich besser. Aktuell suche ich nach Ausbildungsplätzen im Gesundheitsbereich und bewerbe mich auch darauf.

Natürlich hätte ich das Abitur gerne gemacht, aber wenn dabei die Gesundheit Schaden nimmt, hat es keinen Sinn. Jetzt freue ich mich auf eine gute Ausbildung und die Zukunft.

Was ich gelernt habe und euch mit auf den Weg geben möchte: Manchmal hat man ganz genaue Vorstellungen für die Zukunft, aber oft kommt es dann doch anders und das ist auch in Ordnung so. Und: Es ist OK, etwas nicht zu schaffen – wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.

Viele Grüße und alles Gute für euren Abschluss und eure Zukunft!

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